Massensturz in Castelló: Jonas Müller verpasst Teamrekord um 7 Sekunden
- vor 2 Stunden
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Der 10K Castelló zählt zu den bestbesetzten 10-Kilometer-Rennen Europas. Erstmals waren dieses Jahr auch drei Roadrunners am Start.

Das 65 Kilometer nördlich von Valencia gelegene Castelló de la Plana steht in Sachen Größe und Bekanntheit zwar zweifelsohne im Schatten Valencias. Mit dem 10K Castelló sowie dem Castelló Marathon macht sich die rund 185.000 Einwohner große Hauptstadt der gleichnamigen Provinz aber seit Jahren in Läuferkreisen einen Namen. Auch wenn in den vergangenen Jahren mehrere Roadrunners über verschiedene Distanzen in Valencia an den Start gingen, zog es bislang noch niemanden nach Castelló. Dies änderte sich nun, indem Natalie Wangler, Jonas Müller und Florian Walz nach Spanien reisten, um dort allesamt über die 10-Kilometer-Distanz zu starten.
Start-Drama kostet Zeit und Fokus
In der ersten Reihe standen die Europarekordler Andreas Amgren aus Schweden und Eilish McColgan aus Schottland sowie andere Weltklasse-Athleten aus aller Welt. Dicht gedrängt standen dahinter viele weitere Topläufer. Unglücklicherweise kam es beim Start, der um 9:00 Uhr erfolgte, wenige Meter nach der Startlinie zu einem spektakulären Massensturz. Etliche Athleten lagen auf dem Boden, manche bluteten und wieder andere hatten ihre Startnummer verloren. Jonas konnte sich in letzter Sekunde auf den Bordstein und somit in die Zuschauer retten. So konnte er einen eigenen Sturz zwar umgehen, verlor aber dennoch Zeit. Und auch der innere Fokus wurde logischerweise in Mitleidenschaft gezogen. Erschwerend hinzu kam, dass wenige Sekunden nach dem eigentlichen Startschuss einige weitere laute Schüsse – wohl von einer neben dem Start platzierten und im Hellen nicht sichtbaren Feuerwerksbatterie – zu hören waren. Nicht wenige dachten in der Folge, dass es sich um einen Fehlstart gehandelt habe und das Rennen erneut gestartet werde. Sie hielten an, stoppten die Uhr und drehten teilweise sogar abrupt um.
Jonas suchte sich seinen Weg durch das erneute Chaos – möglichst ohne sich oder andere Teilnehmer dabei in Gefahr zu bringen. Einige Reihen weiter hinten startete Natalie. Zwar bestand für sie keine Sturzgefahr mehr, allerdings stand sie bereits nach einem Meter direkt nach dem Überqueren der Startlinie im Stau, sodass sie nennenswert Zeit verlor. Florian befand sich hingegen zwischen Jonas und Natalie, sodass er den Umständen entsprechend noch am meisten Glück hatte.
Starke Mentalitätsleistungen unter spanischer Sonne
Nachdem die ersten wenigen hundert Meter für die drei Roadrunners überstanden waren, versuchten sie dennoch das Beste aus der Situation zu machen – schließlich war man quer durch Europa gereist und hatte viel für einen Start gegeben. Voller Adrenalin passierte Jonas die 5-Kilometer-Marke noch knapp unter 16 Minuten. Auf der zweiten Hälfte, die leicht bergauf ging, kämpfte er um eine absolute Top-Zeit. Am Ende stoppte die Uhr nach 32:23 Minuten. Den Teamrekord sowie seine eigene persönliche 10-Kilometer-Bestzeit, welche er im September 2021 im schottischen Stirling aufgestellt hatte, verpasste der erfahrene Marathonläufer so um nur sieben Sekunden. „Was soll ich sagen? Konjunktiv bringt leider nichts. Eigentlich bin ich sehr zufrieden, dennoch bleibt ein ‚aber‘“, so der 31-Jährige nach dem Rennen.
Florian entschied sich für eine konservative Herangehensweise und konnte so auf der zweiten Hälfte noch etwas aufdrehen und die ersten fünf Kilometer toppen. In 33:57 Minuten erreichte er sein gestecktes Ziel, eine Zeit von unter 34 Minuten zu laufen. Für Natalie sah es trotz Stau und Zeitverlust nach der Startlinie lange Zeit nach einer schnelleren Zielzeit als der in Glasgow im Januar gelaufenen Zeit von 36:58 Minuten aus. Muskuläre Probleme zwangen sie jenseits der 7-Kilometer-Marke dann aber zu zwei Dehnpausen, weshalb sie am Ende nach 38:00 Minuten finishte. Damit wurde sie in diesem Weltklasse-Feld 50. Frau und zweite Deutsche. Auch Jonas, der 122. Mann war, kam als zweitschnellster Deutscher ins Ziel.



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