Jonas Müller packt große Bestzeit-Kirsche auf Londoner Jubiläumstorte
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Beim London Marathon 2026 wurde Geschichte geschrieben – für die RS-Geschichtsbücher und die gesamte Sportwelt. Drei Roadrunners finishten das legendäre Rennen schon zum fünften Mal.

Nie zuvor finishten so viele Menschen einen Marathon, nie zuvor lief ein Roadrunner die Marathondistanz so schnell, zudem fiel der Weltrekord. All das war beim London Marathon 2026 los, der für gleich drei Roadrunners zu einem ganz besonderen Rennen werden sollte.
Am Vortag wurden die Teilnehmer vom Veranstalter per Mail vor den warmen Bedingungen gewarnt. Es sei kein Tag für Rekorde, hieß es darin. Natalie Wangler, Jonas Müller und Joachim Schlaier, die allesamt ihren fünften London Marathon in Angriff nahmen und so ein gemeinsames Jubiläum feiern konnten, gingen daher mit zusätzlichem Respekt an die sowieso schon große läuferische Herausforderung ran. Während Natalie und Jonas direkt mit den Weltklasse-Athleten um den späteren Weltrekordler Sabastian Sawe starteten, folgte Joachim kurz darauf in einem der nächsten Startblöcke.
Schon an der ersten Getränkestation nach fünf Kilometern nahm sich Jonas zwei Wasserflaschen. Kühlen und ausreichend Trinken hatte für alle auf der Strecke oberste Priorität. Dennoch wollte der 31-Jährige mutig laufen. Dies tat er und lief die ersten fünf Kilometer in 16:53 Minuten. Die 10-Kilometer-Markierung passierte er nach 34:00 Minuten. Gleichmäßiger lief Natalie die ersten beiden 5-Kilometer-Abschnitte. Nach fünf Kilometern zeigte die Uhr für sie 20:14 Minuten, nach zehn 40:26 Minuten. Joachim folgte bei seinem 51. Marathon nach 52:53 Minuten.
Roadrunners-Trio eilt mit verschiedenen Taktiken durch London
Vom ersten Strecken-Highlight, dem 1869 gebauten Teeklipper Cutty Sark, bis zur kurz vor Rennhälfte folgenden Tower Bridge pendelte sich das Tempo bei allen drei ein. Jonas lief die Kilometer nun etwa konstant in knapp unter 3:30 Minuten. Zur Halbzeit zeigte die Uhr eine sehr schnelle Zeit von 1:12:44 Stunden an, was nur zweieinhalb Minuten über seiner jüngst in Berlin aufgestellten Halbmarathon-Bestzeit lag. Schon zwei Jahre zuvor war er in London sehr schnell angegangen, verlor auf Hälfte zwei dann aber gut dreieinhalb Minuten, was damals dennoch knapp zu einer neuen Bestzeit reichte. Natalie lag bei ihrem zehnten Marathon nach 21,1 Kilometern derweil bei 1:26:23 Stunden. Joachim passierte die Marke nach 1:51:59 Stunden.
Auf der Isle of Dogs im Stadtbezirk Tower Hamlets wurde das Rennen mit zunehmender Distanz und steigenden Temperaturen immer mehr zum maximalen Kraftakt. Die klare Mehrheit der Läufer musste zu diesem Zeitpunkt das Tempo – teils deutlich – reduzieren. Auch Natalie verlor nun Kilometer für Kilometer ein paar Sekunden. Quasi unbeirrt konnte Jonas das Tempo hingegen weiterhin sehr hoch halten. Joachim profitierte derweil von seiner vergleichsweise defensiven Renntaktik, wodurch er die zweite Hälfte sogar minimal schneller als die erste laufen und nach 3:43:30 Stunden finishen konnte. Unter knapp 60.000 Finishern lag er so noch unter den ersten 14.000, wobei er im Rennverlauf mehrere tausend Plätze gutmachen konnte.
Fulminanter Sturmlauf in die Top 100
Vom Tower of London in Richtung des schon aus der Ferne zu sehenden Big Ben und weiter zum Zielbereich vor dem Buckingham Palace drückte Jonas nun nochmals aufs Gas. Nachdem er von 25 bis 30 Kilometer seine langsamsten fünf Kilometer in 17:38 Minuten gelaufen war, lief er von 35 bis 40 Kilometer 17:22 Minuten. Noch etwas schneller waren die letzten 2,195 Kilometer, mit er seinen bislang besten und schnellsten Marathon krönen konnte. Auf den letzten zwölf Kilometern schob er sich von Rang 136 auf den bemerkenswerten 93. Platz. Damit war er zum dritten Mal zweitschnellster Deutscher – nur der deutsche Rekordhalter Amanal Petros war vor ihm. Seine persönliche Bestzeit und den Teamrekord verbesserte er um deutliche 1:46 Minuten auf herausragende 2:26:21 Stunden. Unter allen Teilnehmern der im Rahmen des London Marathons ausgetragenen Schottischen Marathon-Meisterschaften sicherte er sich einen starken zehnten Platz.
Im Ziel von Jonas erwartet zeigte Natalie auf den letzten Kilometern einmal mehr großen Kampfgeist. Zwar hatte sie aufgrund der ungewohnt warmen Bedingungen Zeit liegen lassen, jedoch lief sie nach wie vor einer Zeit von unter drei Stunden entgegen. Auch wenn für die mehrfache Medaillen-Gewinnerin der Schottischen Marathon-Meisterschaften eine Bestzeit nicht im Bereich des Möglichen war, konnte sie dennoch stolz auf ihrer Zeit von 2:58:35 Stunden sein. Damit war sie unter rund 30.000 Frauen auf Platz 210. Gemeinsam freuten sich die drei Roadrunners am Ende eines harten Rennens über das in den vergangenen Jahren in London Erreichte: jeweils fünf erfolgreiche Marathons, einige Bestzeiten, zwei nationale Meisterschaftsmedaillen und jede Menge Emotionen und Momente für die Ewigkeit.



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