Sturmlauf durch Frankfurt: Michael Schrempp mit 45 Jahren in der Form seines Lebens
- Roadrunners Südbaden
- 6. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Nov. 2025
Beim Frankfurt Marathon 2025 erreichte Michael Schrempp nicht nur ein jahrelanges Ziel, er beeindruckte und zeigte, was möglich sein kann.

Im perfekten Marathon-Alter von 32 Jahren stand der Offenburger Michael Schrempp im Oktober 2012 an der Startlinie des Frankfurt Marathons und überzeugte mit einer neuen Bestzeit von 2:43:56 Stunden. Die erste Hälfte lief er damals sogar in 1:17:34 Stunden, verlor aber auf den zweiten 21,1 Kilometern noch mehrere Minuten. Fast genau fünf Jahre später streifte sich Michael erstmals das blaue Roadrunners-Südbaden-Trikot über und performt seither konstant auf Top-Niveau. 2018 verbesserte er sich auf der Halbmarathondistanz beim Great Scottish Run auf 1:15:03 Stunden, 2023 bei der Halbmarathon-WM im lettischen Riga auf 1:14:51 Stunden und im Frühjahr 2024 beim Alexander The Great Marathon Thessaloniki auch über die vollen 42,195 Kilometer (2:41:41 Stunden).
Einen Marathon in unter 2:40 Stunden zu laufen, dieses große Ziel trieb Michael spätestens seit seinem fulminanten Rennen auf griechischem Boden, bei dem er starker Siebter wurde, Tag für Tag an. Was Jonas Müller bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften 2017 im Rahmen des Frankfurt Marathons als erster Roadrunner nur knapp (noch) nicht gelungen war, sollte im Oktober 2025 Michael gelingen. So priorisierte nicht nur Michael selbst, sondern auch das Team den Frankfurt Marathon 2025 hoch, schließlich sollte dieser Herbsttag ein großer Marathontag werden. Auf dem Weg dahin zeichnete sich in der finalen Marathonvorbereitung rasch ab, dass der Wunsch Realität werden könnte. Beim Baden-Marathon Karlsruhe verbesserte Michael seine Halbmarathon-Bestzeit auf erstklassige 1:13:08 Stunden, beim Spitzmüller AG Night Run Gengenbach lief er die zehn Kilometer trotz aller Helfer-Aufgaben in 33:21 Minuten und somit erstmals unter 34 Minuten, womit er im Vorbeigehen seine fast 13 Jahre alte Bestzeit toppte, und beim Freiburger Dietenbach Parkrun pulverisierte er in 16:24 Minuten acht Tage vor dem Frankfurt Marathon seine ebenfalls 13 Jahre alte 5-Kilometer-Bestzeit und unterbot den Streckenrekord der neuen Parkrun-Strecke.
In Frankfurt Geschichte geschrieben
Am 26. Oktober wartete auf Michael, aber auch auf Annika Brucker und Torsten Wöhrle, die ebenfalls den Frankfurt Marathon in Angriff nahmen, kühles, windiges Wetter. Wie 13 Jahre zuvor beim besagten Frankfurt Marathon 2012 ging Michael auch als inzwischen in der Altersklasse M45 startender Athlet das Rennen durch die Main-Metropole selbstbewusst und offensiv an. Nach 1:16:36 Stunden erreichte er die Halbmarathon-Marke, danach entwickelte sie der Marathon wie erwartet immer mehr zur sportlichen Schlacht. Anders als 2012 war Michael dieser aber vollkommen gewachsen, hielt das Tempo so bemerkenswert hoch und ließ eine zweite Hälfte in 1:18:04 Stunden folgen. Damit stoppte die Uhr nach 2:34:40 Stunden, womit er hinter 2:28-Stunden-Läufer Jonas Müller nun zweitschnellster Marathonläufer der erfolgreichen RS-Geschichte ist. Die ursprüngliche Wunschzeit von 2:39:59 Stunden unterbot der diesjährige Sieger des Herbstlaufs Schutterwald so gleich um über fünf Minuten. Äußerst beeindruckend und ein Beweis dafür, dass auch im fortgeschrittenen Läufer-Alter mit dem richtigen Mindset und dem passenden Umfeld noch immer ganz große Leistungen möglich sind!
Auch klar hinter Michael wurden die blau-silbernen Farben mit Stolz und vollem Einsatz vertreten: Annika lief die ersten 21,1 Kilometer in 1:35:06 Stunden und lag so zur Rennhälfte nur knapp hinter ihrem Bestzeit-Tempo zurück. Auf der zweiten Hälfte fehlte dann aber etwas die letzten Kraftreserven, welche sie aufgrund des Gegenwindes auf dem zweiten Renndrittel schon zu früh investieren musste. Mit einer soliden zweiten Hälfte finishte sie nach 3:17:17 Stunden zum sechsten Mal erfolgreich einen Marathon. Bereits Marathon Nummer 26 war es derweil für Torsten. Damit zog er mit Hubert Müller gleich, der in Tirana auf 26 Marathon-Finishes erhöht hatte. Mit Joachim Schlaier (48 Marathons) und Jonas Müller (39 Marathons) können nur zwei Roadrunners mehr gefinishte Marathons vorweisen. Marathon-Routinier Torsten lief in Frankfurt konstant und überquerte so nach 3:24:43 Stunden in der Frankfurter Festhalle glücklich die Ziellinie. Damit schloss er noch deutlich vor Ablauf der ersten dreieinhalb Rennstunden ein weiteres erfolgreiches Kapitel RS-Marathon-Geschichte ab.






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