Marathon-Major-Herbst von großem Kampfgeist geprägt
Anders als geplant liefen die Marathons in Berlin und Chicago für Joachim Schlaier und Katharina Oswald. Am Ende glänzten beiden mit Kampfgeist und Durchhaltevermögen.

Mit den Marathons in Berlin, Chicago und New York City fanden zwischen Ende September und Anfang November drei Rennen der World Marathon Majors statt, die einmal mehr weltweit große Aufmerksamkeit erhielten. Bei zwei der drei Top-Marathons war jeweils ein Roadrunner am Start, sodass die Blicke des gesamten Teams erst nach Berlin und etwas später nach Chicago gingen.
Bereits zum zwölften Mal nahm der Gengenbacher Joachim Schlaier, der mit nunmehr 52 gefinishten Marathons die meisten aller Roadrunner aufweisen kann, den Berlin Marathon in Angriff. Bei zum wiederholten Male etwas wärmeren Temperaturen als gewünscht lief Joachim die erste Hälfte des deutschen Hauptstadt-Marathons in 1:49:17 Stunden. Auf den zweiten 21,1 Kilometern lief es dann trotz des wohl durchdachten Anfangstempos sowie aller Erfahrung nicht mehr ganz wie gewünscht. So musste er das Tempo spürbar reduzieren, ließ Zeitambitionen im weiteren Rennverlauf außen vor und finishte am Ende – langsamer als bei vielen Berlin-Marathon-Starts zuvor, aber auf den letzten Metern dennoch strahlend – nach 3:57:42 Stunden.
Purer Wille in Chicago
Katharina Oswald hatte sich Ende 2025 für einen Start beim Chicago Marathon entschieden, was bereits seit Jahren einer ihrer großen Laufträume war. Während Katharina im Frühjahr unter anderem in Prag über die Halbmarathondistanz ihre aufstrebende Form unter Beweis stellen konnte, war die spezifische Marathonvorbereitung von Verletzungsproblemen geprägt, die sie anfangs mit Alternativtraining bestmöglich zu kompensieren versuchte. Indem sich dann aber abzeichnete, dass ein Angriff auf eine weitere schnelle Marathonzeit nicht mehr in Reichweite war, entschied sie sich dafür mit Geduld und maximaler Schonung die Chancen auf einen Start erhöhen zu wollen.
Mitte Oktober stand Katharina dann tatsächlich in Chicago und gleichzeitig erstmals außerhalb von Europa an der Startlinie. Trotz der Vorgeschichte positiv und hoffnungsvoll gestimmt ins Rennen gestartet musste sie bei ihrem elften Marathon schon nach wenigen Kilometern feststellen, dass es an diesem Tag – unabhängig vom Tempo – nur über Willenskraft, Durchhaltevermögen und Kampfgeist gehen würde. Diesen Kampf auf einem ihr bislang fremden Marathonniveau nahm sie an und kämpfte sich von Kilometer zu Kilometer, die durch insgesamt 29 Stadtviertel der „Windy City“ führten. Mit einer Träne in den Augen finishte sie nach in diesem Fall wenig relevanten, aber kämpferisch bemerkenswerten 5:06:55 Stunden im Grant Park.



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