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Acht Roadrunners meistern Paris Marathon, vier mit Bestzeit

Den fordernden Bedingungen des 46. Paris Marathons trotzten am Sonntag stolze 51.100 Finisher. Annika Brucker, Katharina Oswald und Michael Schlecht liefen dennoch so schnell wie nie zuvor.

Lediglich die Ziellinie des legendären Marathons in New York sah bereits über 50.000 Läufer. Dieses Jahr festigte Paris mit 51.100 Finishern seinen Platz als Nummer zwei der weltgrößten Marathons. Einmal quer durch die französische Metropole führte die Strecke acht Roadrunners, die allesamt die an diesem Tag umso herausfordernden 42,195 Kilometer meisterten. Besonders der Wind machte es allen Läufern nicht gerade einfacher. Dies spiegelte sich auch in der langsamsten Siegerzeit seit ganzen 16 Jahren wider.


Losgeschickt wurde das gigantische Läuferfeld auf der Champs-Élysées, bevor es vorbei am Place de la Concorde und später am Place de la Bastille ging, ehe der Bois de Vincennes betreten wurde. Die durchaus wellige Strecke bringt es auf gut 200 Höhenmeter. Besonders im Bois de Vincennes und nach Verlassen des Bois de Boulogne nach knapp 40 Kilometern warteten die zwei größten Steigungen. Dazwischen begleitete die Seine die Läufer für rund zehn Kilometer. Spätestens als der Eiffelturm nach 31 Kilometern zur Linken liegen gelassen wurde, begann der Kampf für die meisten Läufer.


Annika Brucker läuft mit perfekter Renneinteilung zur Bestzeit


Mit großen Ambitionen wollte Patrick Brucker ins Rennen gehen, musste jedoch schon lädiert nach Paris reisen. Dennoch ging er bis zuletzt optimistisch und mutig auf die Strecke und sah sich bis zur Halbmarathon-Marke, die er nach 1:19:14 Stunden passierte, auf Kurs. Allerdings signalisierte ihm sein Körper schon früh, dass er an diesem Tag seine Form nicht abrufen können wird. Nach einer langen zweiten Hälfte erreichte er nach 2:49:43 Stunden die Ziellinie seines dritten Marathons, was an diesem Tag über 50.000 der gut 51.000 Finisher nicht schafften. Ebenfalls mehr Anspannung als nötig musste Annika Brucker im Vorfeld aushalten, da ihr spontan aufzugebendes Handgepäck nicht den Weg von Stockholm nach Paris fand und sie sich noch am Vortag von Kopf bis Fuß neu einkleiden musste. Dennoch ließ sie sich bei ihrem ebenfalls erst dritten Marathon nicht aus der Ruhe bringen und spulte ein bilderbuchartig eingeteiltes Rennen vom Start bis ins Ziel ab. Mit sogar wenigen Sekunden schnellerer zweiten Hälfte unterbot die 23-Jährige ihre Bestzeit vom letztjährigen Berlin Marathon in 3:09:13 Stunden um gut eineinhalb und belegte damit den 140. Platz aller fast 14.000 Frauen.


Michael Schlecht und Katharina Oswald vier Minuten schneller denn je


Ebenfalls eine neue persönliche Bestzeit erarbeitete sich Michael Schlecht. Wie all seine Teamkollegen an diesem Tag schreckte auch er vor einer mutigen Renntaktik nicht zurück und erreichte die Halbmarathon-Marke noch kurz vor Annika. Auf der windtechnisch anspruchsvollen zweiten Hälfte musste er das Tempo zwar etwas reduzieren, ließ sich eine neue Bestzeit jedoch nicht mehr nehmen. Nach 3:10:32 Stunden überquerte Michael die Ziellinie und steigerte sich damit um knapp vier Minuten. Sehr ähnlich erging es Katharina Oswald, die wie jeder zweite Roadrunner in Paris ihren erst dritten Marathon lief. Auch sie war zuletzt auf den schnellen Straßen Berlins Bestzeit gelaufen und schaffte es mit großem Kampfgeist trotz suboptimaler Bedingungen, nochmals über vier Minuten von ihrer Uhr zu nehmen. In 3:20:52 Stunden war sie als 357. aller Frauen im Ziel.


Schon Sekunden zuvor den Arc de Triomphe im Blick und damit die Zielgerade erreicht, hatte Sören Hetzel, der sich nach knapp vier Jahren wieder auf der Königsdistanz zurückmeldete. Nach 3:20:48 Stunden durfte er sich bei seinem zwölften Marathon über ein couragiertes Rennen und einen großen Schritt zurück zu alter Stärke freuen. Noch mehr Marathon-Erfahrung als Sören hatte Torsten Wöhrle, der zwei nahezu identische Halbmarathons auf die Straßen Paris‘ gezaubert bekam und nach 3:17:34 Stunden seinen 20. Marathon perfekt machte. Fast schon jede Straße und jeden Pflasterstein auf dem Pariser Marathonkurs kennt Joachim Schlaier. Zum elften Mal stand der Marathon-Routinier in Paris am Start und bezwang auch dieses Mal die 42,195 Kilometer in 3:32:43 Stunden. Stolze 36. Marathon-Finishes kann Joachim inzwischen bereits aufweisen.


Jan Discher mit goldener Startnummer bei seinem ersten Marathon


Mit goldener Startnummer wurden alle Marathon-Debütanten in Paris auf die Strecke geschickt – so auch Jan Discher, der spätestens auf den letzten zehn Kilometern komplettes Neuland betrat. Doch auch er schaffte es, die enorme Herausforderung von 42,195 Kilometern zu meistern und seinen ersten Marathon erschöpft, aber glücklich ins Ziel zu bringen. Nach 4:03:29 Stunden überschritt er stolz die Ziellinie. Trotz – oder gerade aufgrund – der erschwerten äußeren Bedingungen durften sich die acht Roadrunners über eine starke kämpferische Teamleistung freuen und jeder zweite konnte sogar mit neuer persönlicher Bestzeit die Rückreise antreten.

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