Jonas Müller als Sechster im Olympiastadion Helsinkis
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Gleich vier Roadrunners waren beim Helsinki City Marathon 2026 am Start. Allesamt finishten sie im größten Stadion des Landes, dem Olympiastadion von 1952.

Im August 2023 war der Jubel groß, als Jonas Müller beim Helsinki Marathon auf den herausragenden zweiten Platz lief. Ulrike Müller nahm damals den Halbmarathon in Angriff, Felix Müller lief 10-Kilometer-Bestzeit. Nicht ganz drei Jahre danach waren die drei gemeinsam mit Natalie Wangler nun ein weiteres Mal in Helsinki am Start, dieses Mal jedoch nicht beim Helsinki Marathon, sondern beim Helsinki City Marathon. Dass in einer europäischen Hauptstadt gleich zwei große Marathons veranstaltet werden, ist selten. In Finnland ist das jedoch der Fall, sodass bereits 2023 klar war, dass bei einer potenziellen Rückkehr in den hohen Norden der Helsinki City Marathon das Event der Wahl wäre. Nun war es so weit.
Anders als bei den meisten Großevents in Deutschland war das Event in Helsinki nicht vorrangig auf den Sonntag, sondern auf den Samstag ausgerichtet. So fand am Freitagabend bereits das herausragend besetzte 5-Kilometer-Rennen statt, für das besonders viele finnische Läufer weite Anreisen in Kauf nahmen. Am Samstagmorgen folgte der Marathon, nachmittags der Halbmarathon. Natalie und Felix hatten sich für die kurze 5-Kilometer-Distanz entschieden. Die Strecke führte sie um die nahe am Stadtzentrum gelegene Meeresbucht Töölönlahti, wo seit September 2018 auch der Tokoinranta Parkrun stattfindet. Während die erste Hälfte gut zu laufen war, warteten auf den zweiten 2,5 Kilometern mehrere kurze, aber knackige Anstiege, die für Abwechslung – zugleich allerdings leider auch für etwas Zeitverlust – sorgten. Die letzten 150 Meter absolvierten die Läufer dann im bereits 1938 eingeweihten Olympiastadion Helsinkis, das aufgrund des zweiten Weltkriegs erst 1952 statt wie eigentlich geplant bereits zwölf Jahre zuvor zentraler Ort der Olympischen Spiele war. Für Natalie stoppte die Uhr nach 18:45 Minuten, für Felix ein paar Minuten später nach 28:12 Minuten.
Halbmarathon-Runde über die Inseln Helsinkis
Während vormittags das Wetter noch einigermaßen angenehm war, wurde es pünktlich zum Halbmarathon-Start am frühen Nachmittag deutlich wärmer. Bevor Ulrike auf die 21,1-Kilometer-Runde ging, wartete diese gleich zweimal auf Jonas. Mit seiner Bestzeit beim diesjährigen London Marathon, wo er hinter dem deutschen Marathonrekordhalter Amanal Petros zweitschnellster Deutscher war, stellte er im April seine Klasse auf der Königsdistanz des Laufsports zum wiederholten Male eindrucksvoll unter Beweis. In Helsinki sortierte sich das Feld auf den ersten Kilometer rasch. Gelaufen wurde auf einem Rundkurs, der anfangs über Helsinkis berühmteste Prachtstraße, die Mannerheimintie, führte. Anschließend ging es auf direktem Wege Richtung Küste und über die drei durch Brücken miteinander verbundenen idyllischen Inseln Lauttasaari, Kaskisaari und Lehtisaari durch den Westen der Stadt. Auch wenn keine extremen Anstiege zu meistern waren, gab es immer wieder sanfte, wellige Hügel, die den Laufrhythmus brachen, zu bewältigen.
Schon nach zehn Kilometern lag Jonas auf Rang sieben und hatte vor und hinter sich eine spürbare Lücke, die bis Kilometer 30 jeweils auf rund 2:30 Minuten anwuchs. Auf dem finalen Abschnitt stürmte am bis dato sechstplatzierten Finnen Ville Lehtoniemi vorbei und nahm auch dem vor ihm laufenden Simo Haavisto noch mehrere Minuten ab, auch wenn er diesen bis ins Ziel nicht mehr einholen konnte. Als starker Sechster lief Jonas allein ins auf und neben der Haupttribüne gut besetzte historische Olympiastadion ein und finishte am Ende glücklich nach erstklassigen 2:34:07 Stunden. Beim ab 14:20 Uhr aufgeteilt auf sieben Startwellen gestarteten Halbmarathon tat sich Ulrike unter dem wolkenlosen Himmel mit zunehmendem Rennverlauf immer schwerer. Indem sie ihre Erfahrung aus zwei Marathons und 13 Halbmarathons ausspielte, kam sie am Ende nach 2:41:03 Stunden ins Ziel. Auch wenn das Rennen mit seinen Strecken und den äußeren Bedingungen aus der Sicht aller vier Roadrunners herausfordernder war als zuvor vermutet, war das Quartett im Anschluss glücklich, zumal Natalie mit ihrem kurzfristigen Start beim Tokoinranta Parkrun am Samstagmorgen in 20:02 Minuten noch einen Parkrun-Sieg auf finnischem Boden einfahren konnte.



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