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Jonas Müller sorgt für pure Marathon-Dominanz

Während Natalie Wangler beim Pitztaler Gletscher-Marathon einen spannenden Halbmarathon-Dreikampf für sich entscheiden konnte, lief Jonas Müller zum überragenden Marathon-Sieg. Seit über einem Jahrzehnt war niemand mehr schneller.

Von Mandarfen nach Arzl verliefen der 17. Pitztaler Gletscher-Marathon, bei dem mit Natalie Wangler und Jonas Müller auch erstmals zwei Roadrunners Südbaden an den Start gingen. Zweieinhalb Monate nachdem beide in London ihre Marathon-Bestzeit verbessern konnten, wagte sich Jonas erneut auf die volle Marathon-Distanz. Natalie hatte sich derweil für einen Halbmarathon-Start entscheiden, bei dem sie auf ambitionierte Konkurrentinnen aus Ungarn traf. International beliebt zog der Pitztaler Gletscher-Marathon 2023 hunderte Sportler aus 32 Nationen an die Startlinie.


Jonas Müller sorgt für klaren Favoritensieg


Bereits vor dem Rennen wurde Jonas vom ein oder anderen als Topfavorit auf den Marathonsieg gehandelt. Als die Vorabspekulationen mit dem frühen Start des Rennens um 8:00 Uhr morgens ein Ende hatten, gingen die Blicke auf die Strecke, die von der Talstation der Rifflsee-Bergbahn in Mandarfen bis in die Gruabe Arena nach Arzl führte. Auf den ersten zwei Kilometern, die sofort bergauf führten, hielt sich Jonas noch etwas zurück. Dann erhöhte er das Tempo und riss nach hinten eine immer größer werdende Lücke. In der Folge lief er von zwei Motorradfahrern der Polizei sowie dem Führungsradfahrer eskortiert Kilometer um Kilometer in Richtung des Halbmarathonstarts, der nach 15 Kilometern wartete. Dort wartete das gesamte Halbmarathon-Starterfeld, das kurz darauf, nämlich um 9:00 Uhr, selbst auf die Strecke ging. Durch die zujubelnden Halbmarathonläufer zusätzlich motiviert, ließ Jonas nicht nach, hielt das Tempo hoch und stürmte einer der schnellsten jemals im Pitztal gelaufenen Marathonzeiten entgegen.


Auch wenn es auf der zweiten Hälfte des Rennens etwas wärmer wurde, konnten sich die Läufer über erstklassiges Laufwetter und Temperaturen von anfangs nur zehn Grad Celsius freuen. Dies kam auch Jonas zugute, der sich trotz dem Mehr an Abwärts-Höhenmetern ab Kilometer 25 noch mehreren fordernden Anstiegen sowie vor dem Zieleinlauf in Arzl einer sechs Kilometer langen Zusatzrunde stellen musste. Da die Strecke auf den letzten Kilometern überraschend fordernd und abwechslungsreich war, freute sich der 29-Jährige als die Gruabe Arena plötzlich zu sehen war. Als die letzte spitzen Kurve kurz vor dem Ziel passiert war, setzte er zum Endspurt an, riss die Arme nach oben und durchlief nach 2:29:52 Stunden unter dem Jubel der Zuschauer das Zielband. Damit finishte er nicht nur zum dritten Mal einen Marathon in unter 2:30 Stunden und sicherte sich nach Dresden und Orkney seinen dritten Marathon-Gesamtsieg, sondern sorgte gleichzeitig auch für die schnellste Marathon-Siegzeit beim Pitztaler Gletscher-Marathon seit 2012 als der Kenianer Jonathan Koilegei gewonnen hatte. Trotz der herausragenden Zeit war Jonas, der sich beim Siegerinterview im Ziel für ein erstklassig organisiertes Event bedankte, etwas von seinem Vorsprung überrascht, der am Ende über 16 Minuten betrug.


Natalie Wangler zieht ungarischem Duo den Zahn


Gut acht Minuten vor Jonas überquerte Natalie ebenfalls als Gesamtsiegerin die Ziellinie. Sie war in den 1:21:33 Stunden zuvor ein spannendes Rennen gelaufen, bei dem sie von den ungarischen Mitfavoritinnen Réka Bátai und Virag Bogdandi ordentlich unter Druck gesetzt wurde. Nach zehn Kilometern konnte Bogdandi dem hohen Tempo des Frauen-Führungstrio, zu dem sie bis dato gezählt hatte, nicht mehr folgen. Besonders ihre Landsfrau Bátai bemühte sich um ein hohes Tempo, was sich nach 15 Kilometern jedoch rächen sollte. Bergauf überholte Natalie, Bátai ging mit und verschoss hierbei ihr letztes Pulver. Als der längste Anstieg des Rennens in Wenns gemeistert war, erhöhte Natalie das Tempo auf dem flachen Abschnitt wieder und setzte sich so entscheidend ab. Bis ins Ziel, das aufgrund der letztjährigen Streckenänderung erst nach offiziellen 21,388 Kilometern und somit im Vergleich zur klassischen Halbmarathondistanz 290 Meter zu später wartete, wuchs Natalies Vorsprung auf 1:09 Minuten an. Hochverdient und am Ende doch überraschend deutlich siegte Natalie somit erstmals auf österreichischem Boden.

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