Natalie Wangler krönt Hauptstadt-Heimspiel mit Halbmarathon-Bestzeit

Beim Edinburgh Marathon Festival, dem schottischen Hauptstadt-Marathon, nahmen Natalie Wangler und Jonas Müller die beliebte Halbmarathon-Distanz in Angriff. Während Jonas Müller seine Bestzeit nur um wenige Schritte verpasste, verbesserte sich Natalie Wangler um fast 30 Sekunden.


Im Herbst 2021 zeigten Natalie Wangler und Jonas Müller beim Antrim Coast Half Marathon an der Küste Nordirlands 21,1 Kilometer lang ihre Klasse. Am Ende liefen beide neue Halbmarathon-Bestzeit. Für Jonas stoppte die Uhr nach 1:11:58 Stunden, für Natalie nach 1:20:44 Stunden. Nachdem der Brighton Half Marathon Ende Februar zum heftigen Rennen gegen den Wind wurde, griffen beide am letzten Mai-Wochenende beim Edinburgh Marathon Festival erneut über die halbe Marathondistanz an.


Früher Rennbeginn auf den Straßen Edinburghs

Bereits um 8:00 Uhr fiel am Commonwealth Pool unweit vom Holyrood Park und Edinburghs Hausberg Arthur’s Seat entfernt der Startschuss für Tausende Teilnehmer des erstklassig besetzten Hauptstadt-Rennens. Nicht nur aus Schottland, sondern besonders auch aus England und teilweise auch weit über Großbritannien hinaus waren etliche Läufer angereist. So waren etwa die Sieger zahlreicher nahmhafter Rennen der vergangenen Jahre am Start.


Die Strecke führte die Läufer auf einer leicht welligen ersten Meile hin zur bekannten Royal Mile. Kurz darauf wurde Holyrood Palace, der Palast von Queen Elizabeth II, und das schottische Parlament erreicht. Im weiteren Verlauf ging es unter den Salisburys Craigs entlang und weiter zur Portobello Beach Promenade. Zu Beginn der zweiten Rennhälfte verlief der Kurs weiter an der Küste entlang nach Musselburgh. Als kurz darauf der Musselburgh Race Course, eine in der Region bekannte Pferderennbahn, passiert war, warteten die verbleibenden fünfeinhalb Kilometer, die als Wendepunktstrecke in Richtung Prestonpans absolviert wurden.


Natalie Wangler läuft in die Top 10

Unter den zahlreichen Topläufern, die sich kurz vor 8:00 Uhr im ersten Startblock versammelt hatten, waren mit Natalie Wangler und Jonas Müller auch die beiden wohl schnellsten Deutschen der schottischen Hauptstadt. Während Jonas ein einsames Rennen lief, hatte Natalie zumindest etwas mehr Läufer um sich herum. Nichtsdestotrotz entstanden auch hier keine richtigen Gruppen, die gemeinsam versuchten flotte Zeiten zu erreichen. Dennoch waren während dem Rennen beide mit dem bisherigen Rennverlauf zufrieden und gleichzeitig optimistisch, dass das Aufstellen einer neuen persönlichen Bestzeit gelingen könne. Dann jedoch kamen die letzten beiden Meilen, die statt 3,40 Kilometer 250 Meter länger waren und so nicht nur bei den beiden Roadrunners einiges durcheinanderwarfen. Am Ende finishte Jonas nach 1:12:04 Stunden und somit sechs Sekunden nach Ablauf seiner Bestzeit auf Gesamtplatz 24. Natalie überquerte die Ziellinie derweil nach 1:20:16 Stunden, womit sie ihre Bestzeit um 28 Sekunden unterbieten konnte. Gleichzeitig kam sie im seit vielen Jahren am stärksten besetzten Halbmarathonfeld beim Edinburgh Marathon Festival auf den starken zehnten Platz aller Frauen.


Bestzeit-Freude und Streckenmarkierungskritik

Nach dem Rennen äußerten beide mit gemischten Gefühlen. Einerseits war die Freude über Natalies Bestzeit und Jonas ebenfalls sehr starke Leistung groß, andererseits hatte das Duo das Gefühl, dass an diesem Tag mehr gegangen wäre. „Auf den ersten Meilen standen gar keine Meilen-Schilder, bei Meile neun dann im Abstand von mehreren hundert Metern gleich drei. Nach zehn Meilen deutete eine Bodenmarkierung und die zu diesem Zeitpunkt auf meiner Uhr korrekte Distanz daraufhin, dass das Schild passen dürfte. Daher dachte ich, dass ich die meine Bestzeit von 1:11:58 Stunden mit schnellen letzten fünf Kilometern auf jeden Fall knacken könne. Nach der letzten Kurve wartete dann aber eine Zielgerade, die deutlich länger als gedacht war. So hat es am Ende leider knapp nicht gereicht. Ob die Strecke zu lang war oder nicht, weiß ich nicht. Dass die für ein passendes Pacing wichtigen Meilen-Schilder jedoch teilweise katastrophal standen oder eben gar nicht oder sogar mehrfach vorhanden waren, spricht jedoch nicht gerade für den Veranstalter. Bei einem solchen Rennen sollte so etwas kein Thema sein“, so Jonas nach dem Rennen.