Grandiose Vorstellung beim Berlin-Marathon

Zur 48. Austragung des legendären Berlin-Marathons mischten sich Annika Brucker, Katharina Oswald und Joachim Schlaier unter die 45.000 Läufer. Alle drei überzeugten auf voller Linie – Annika und Katharina nahmen gemeinsam über eine Stunde von ihrer Uhr!

Erstmals seit 2019 wieder zurück zu voller Kraft fand am Sonntag der Berlin-Marathon. Als eines von sechs Rennen der World Marathon Majors, einem der allergrößten Läufe über die 42,195 Kilometer und als schnellster Kurs weltweit ist der Berlin-Marathon ein Event der Superlative. Auch die 48. Austragung knüpfte daran krachend an. Die Atmosphäre mit hunderttausenden Zuschauern und perfekten Laufbedingungen wollten auch Annika Brucker und Katharina Oswald bei ihrem jeweils erst zweiten Marathon nutzen. Für Joachim Schlaier war es dagegen schon Marathon Nummer 34. Das Bild vom Start der 45.000 Teilnehmer umfassenden Läuferschar auf der Straße des 17. Juni geht jedes Jahr um die Welt – so auch 2022 wieder. Mit dem größten Marathonläufer aller Zeiten, dem kenianischen Doppel-Olympiasieger und Weltrekordhalter Eliud Kipchoge vorneweg, gingen Annika und Joachim um 9:17 Uhr auf die Strecke, die auf den ersten Metern direkt an der Siegessäule vorbeiführte. Katharina überquerte die Startlinie knapp 13 Minuten später in der nächsten Startwelle. Alle drei gingen mit ambitionierten persönlichen Zielen ins Rennen. Annika und Katharina wollten nicht nur nach neuen Bestzeiten greifen, sondern diese pulverisieren. Auch Joachim wollte mit einer Zeit von unter 3:20 Stunden so schnell laufen wie schon einige Jahre nicht mehr. Bilderbuchartige Renneinteilung aller drei Roadrunners Die ersten 5-Kilometer-Abschnitte flogen für die Drei nur so vorbei. Alle drei Roadrunners liefen wie ein Uhrwerk. Annika sah sich nach 21,1 Kilometern und 1:35:23 Stunden auf Kurs einer Top-Zeit. Joachim war nach 1:39:31 Stunden zur Halbmarathon-Marke ebenfalls voll im Soll. Auch Katharina bewies ein herausragendes Tempogefühl und passierte den Halbmarathon nach 1:43:41 Stunden. Statt auf den folgenden Kilometern wie so viele andere Marathonläufer das Tempo langsam reduzieren zu müssen, war von Schwäche beim Roadrunners-Trio absolut keine Spur. Nicht nur Marathon-Routinier Joachim zeigte bei seinem 34. Marathon, wie man sich die 42,195 Kilometer bilderbuchartig einteilt, auch Annika und Katharina wichen von ihrem Tempo kein Stück ab. Annika fast 50 Minuten schneller als zwölf Monate zuvor Nachdem Annika die ersten zehn Kilometer in 45:13 Minuten passiert hatte, folgten die nächsten Abschnitte in 45:14 Minuten und 45:04 Minuten. Auch auf den vierten zehn Kilometern konnte mit einer Zwischenzeit von 45:42 Minuten längst nicht von einer Schwäche gesprochen werden. Unter den 45.000 Läufern ging die 22-Jährige als 422. Frau durch die Halbmarathon-Marke durch und verbesserte sich noch um fast 80 Plätze auf Rang 345 aller Läuferinnen. Mit den zwei schnellsten Kilometern ganz zum Schluss des Marathons überquerte sie die Ziellinie wenige hundert Meter nach dem Brandenburger Tor nach herausragenden 3:10:50 Stunden. Fast 50 Minuten nahm Annika damit gegenüber ihrem Debüt vom Hamburg-Marathon von der Uhr, das gerade einmal zwölf Monate zurückliegt. Damit krönte sie schon jetzt ihr erstes Jahr als stolze Trägerin des blauen Roadrunners-Trikots – eine unglaubliche Entwicklung der Mühlenbacherin in 2022! Über 1.200 Plätze in der Männerwertung machte Joachim auf der zweiten Hälfte gut, indem er diese nochmals 45 Sekunden schneller laufen konnte als die erste. Damit bewies auch er eine herausragende Tempoeinteilung, die kaum ein Läufer vorweisen kann. Nach 3:18:15 Stunden durfte sich der 51-jährige Gengenbacher über seine schnellste Marathonzeit der letzten sieben Jahre freuen und konnte damit fast unter die ersten zehn Prozent aller Läufer vordringen. Auch für Joachim wird der 34. Marathon somit sicher ein ganz besonderer bleiben.

Katharina pulverisiert ihre Bestzeit ebenfalls Nachdem ihre beiden etwas früher gestarteten Teamkollegen bereits überglücklich das Ziel erreicht hatten, setzte Katharina die grandiose Vorstellung des Roadrunners-Trios bis zum letzten Meter fort. Auch sie hob sich bis zum Ende noch Reserven auf und lief wie Annika und Joachim ihre letzten 2,195 Kilometer nochmals einige Sekunden schneller als die ohnehin schon starken 40 Kilometer zuvor. Mit einer Bestzeit von 3:44:53 Stunden vom Berlin-Marathon 2019 ins Rennen gegangen, war der Blick Richtung einer Zeit unter 3:30 Stunden gerichtet. Mit schon fast eineinhalb Minuten Vorsprung bis zur Halbmarathon-Marke ließ die 24-Jährige eine zwei Minuten schnellere zweite Hälfte folgen, indem sie ab der 30-Kilometer-Marke das Tempo nochmals deutlich erhöhen konnte und auf Hälfte zwei fast 350 Plätze in der Frauenkonkurrenz gutmachen sollte. Also 805. Frau aller 45.000 Teilnehmer überquerte Katharina die Ziellinie nach 3:25:12 Stunden und damit fast 20 Minuten schneller als bei ihrem Debüt über die 42,195 Kilometer an gleich Stelle drei Jahre zuvor. Mit zwei herausragenden Bestzeiten von Annika und Katharina, mit der sie sich für die besonders in den letzten drei Monaten große Disziplin und ihren starken Willen belohnen konnten, sowie Joachims schnellster Zeit seit über sieben Jahren hätte der Berlin-Marathon 2022 für die drei Roadrunners nicht besser laufen können. Mit Eliud Kipchoge, der seinen vier Jahre alten Weltrekord nochmals um 30 Sekunden auf sensationelle 2:01:09 Stunden steigern konnte, wird der 25. September 2022 den Drei sowie zehntausenden anderen Laufverrückten wohl für immer im Gedächtnis bleiben.