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308,09 Kilometer beim Wings for Life World Run


Ein Dutzend Roadrunners liefen am Sonntag, den 3. Mai für die, die es nicht können. Jonas Müller gelang im globalen Ranking unter 77.103 Läufern mit 55,91 Kilometern der Vorstoß in die Top 10.

Seit 2014 starten weltweit zehntausende Menschen getreu dem Motto „Laufen für die, die nicht laufen können“ beim Wings for Life World Run. Jährlich kommen so mehrere Millionen Euro an Spenden für die Rückenmarksforschung zusammen. Normalerweise finden an 13 Standorten weltweit offizielle Veranstaltungen statt – so auch in München, wo allein über 10.000 Läufer im Olympiapark auf die Strecke gehen. Ein Großteil aller gewöhnlich insgesamt rund 120.000 Läufer starten per App Run wo auch immer sie wollen. Die einzige Gemeinsamkeit: Der Startschuss fällt weltweit zur selben Sekunde, im Falle Deutschlands um Punkt 13 Uhr.

Aufgrund aktueller Geschehnisse wurden sämtliche organisierte Veranstaltungen abgesagt. Doch stolze 77.103 Läufer machten über den App Run die 7. Ausgabe des Wings for Life World Runs zu einer besonderen. Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch wieder einige Roadrunners teil. In der südbadischen Heimat zwischen Durbach und Hausach und in der schottischen Hauptstadt gingen so zwölf Roadrunners auf ihre ganz individuelle Reise. Dabei wurden die Läufer über GPS und ihr Smartphone vom virtuellen Catcher Car verfolgt. 30 Minuten nach dem Startschuss begann dieses die Aufholjagd und wurde von Zeit zu Zeit immer schneller, bis es nach 4:11 Stunden schließlich den letzten der 77.103 weltweit gestarteten Läufer eingeholt hatte.

Langer Trainingslauf mit gutem Zweck verbinden

Über eine Stunde dem Catcher Car davon rennen konnte Werner Kienzler in Berghaupten. Gar jeweils knapp eineinhalb Stunden schafften Ulrike Müller-Benouaret, die in Ortenberg auf dem Kinzigdamm unterwegs war, und Bärbel Brucker, die auf der Strecke des Haslacher Kinzigtallaufs am Rennen teilnahm. Allesamt rund 30 Kilometer absolvierten Sören Hetzel, Joachim Schlaier und Florian Walz. Auch der Hausacher Jonas Lehmann beendete nach 30 Kilometern seinen Trainingslauf. Dabei hatte er nach 1:59:41 Stunden noch über sieben Kilometer Vorsprung auf das virtuelle Catcher Car. Zwei Jahre zuvor war der damals 23-Jährige mit 47,49 Kilometern auf der welligen Münchner Strecke auf den 129. Platz weltweit gelaufen.

Am zweitlängsten unter den gestarteten Roadrunners lief der Zunsweirer Daniel Zahn. Auch er war 2018 beim Event in München dabei und legte dort 38,03 Kilometer zurück. In heimischen Gefilden lief er nun 38,43 Kilometer. Während die Läufer im Kinzigtal von der Sonne verwöhnt wurden, hatten Natalie Wangler und Jonas Müller im schottisch Edinburgh mit etwas kühleren und nasseren Bedingungen zu tun. Die beiden Master-Studenten absolvierten den Wings for Life World Run 2020 auf einer 2,3 Kilometer langen Runde im Meadows Park. Natalie beendete ihren Trainingslauf ähnlich wie Jonas Lehmann schon bevor das Catcher Car sie einholte nach 23,63 Kilometern. Nachdem für Jonas Müller kein Frühjahrs-Marathon möglich war, ging er ambitioniert an den Wings for Life World Run heran.

Jonas Müller läuft über 24 Mal rund um Edinburghs Meadows Park

Auch er lief bereits beim Münchner World Run mit und belegte dort 2017 mit 53,61 Kilometern den zwölften Platz unter den über 10.000 Läufern und weltweit den 129. Platz. Da seit 2019 die Geschwindigkeitsstufen des Catcher Car für alle, die deutlich über 30 Kilometer zurücklegen können, erheblich verschärft wurden, werden die internationalen Spitzenläufer schon 15 bis 20 Kilometer früher eingeholt, als das bis einschließlich 2018 der Fall war. Demnach schien das Erreichen seiner Bestmarke von 2017 deutlich schwerer. Entsprechend schnell ging Jonas Müller ins Rennen. Schon nach 2:44:28 Stunden hatte er 42,195 Kilometer absolviert. Erst vier Mal war er die Marathondistanz schneller gelaufen, zuletzt bei seiner Bestzeit und Platz vier beim Loch Ness Marathon 2019 in 2:39:16 Stunden.

Selbst jenseits der Marathonmarke und auch jenseits der drei Stunden konnte der 25-Jährige die Kilometerabschnitte noch unter vier Minuten laufen. Als die 50-km-Marke überschritten war, lichtete sich das Feld der weltweit verbliebenen Läufer immer schneller. Erst nachdem nur noch zehn der 77.103 gestarteten Läufer im Rennen waren, holte das Catcher Car Jonas Müller nach 3:40:14 Stunden und 55,91 Kilometern ein.

Fast eine Million Kilometer und 2,8 Millionen Euro gesammelt

Zusammen mit Anna Malmendier, die kurzfristig für Katharina Oswald einsprang, kamen so 308,09 Kilometer und ein dreistelliger Spendenbetrag durch die Roadrunners Südbaden zusammen. Katharina trug ihren Teil zur Bilanz bereits frühmorgens mit weiteren inoffiziellen 22 Kilometern bei. Weltweit kamen an diesem Tag 2,8 Millionen Euro Spenden zusammen. Insgesamt legten die Teilnehmer aus 104 Ländern 924.960 Kilometer zurück, liefen also virtuell über 23 Mal um den Äquator.