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# ROADRUNNERS im PORTRAIT # - Katharina Oswald


Name: Katharina Oswald

Alter: 22

Bestzeiten:

5 km – 21:56 min

10 km – 42:24 min

Halbmarathon – 1:42:25 h

Marathon – 3:44:53 h

Seit Jahresbeginn konntest du deine 10-Kilometer-Bestzeit bereits dreimal verbessern. So etwas sieht man in so einem kurzen Zeitraum selten. Warum läuft es bei dir gerade so gut?

„Ich denke, wenn man den Willen und die Motivation hat, kann man alles schaffen. Bei mir hat zum Start ins neue Jahr alles gepasst. So habe ich meinen Fokus auf den Halbmarathon in Paris gelegt und hart dafür trainiert, was mir wiederum eine dreimalige Bestzeit verschaffen hat. An dieser Stelle bin ich auch meinen Teamkollegen Jonas Müller sehr dankbar, der mich immer wieder dabei unterstützt und mir wichtige Ratschläge gibt.“

Der Semi de Paris wurde Anfang März als erstes großes europäisches Rennen abgesagt. Du warst bereits in Paris und wie alle weiteren 44.000 Starter von der Absage, die erst 15 Stunden vor dem Start erfolgte, überrascht. Wie war deine Reaktion?

„Ich hatte gerade meine Startnummer geholt und war zurück im Hotelzimmer. Ich habe mich umgezogen und wollte gerade los, mich einlaufen und die Beine lockern, da kam die Nachricht über Facebook: Die Veranstaltung wurde abgesagt! Im ersten Moment dachte ich, es ist nicht ernst gemeint, das muss ein Irrtum sein. Doch dann begriff ich, dass es kein Spaß war, es war ernst gemeint. „Das darf nicht wahr sein“. Erst war ich wütend und dann enttäuscht. Enttäuscht, dass ich meine Leistung nicht beweisen kann. Aber ich dachte, das nächste Rennen kommt und ich kann es dort zeigen.“

Mit dem Bienwald-Marathon und dem Freiburg-Marathon wurden auch zwei weitere Rennen, bei denen ein Angriff auf deine Halbmarathon-Bestzeit möglich gewesen wäre, abgesagt. Aus deiner Sicht die richtige Entscheidung?

„Das darf nicht wahr sein. Im Nachhinein denke ich die Entscheidung war natürlich richtig, in dem Moment war ich echt enttäuscht. Ich wollte doch nur einen Halbmarathon laufen und ich war so gut vorbereitet, dass ich wusste, es wäre ein sehr guters Rennen geworden. Aber wie es kommen sollte, wurden alle Laufveranstaltungen abgesagt.“

Seit einem knappen Jahr trägst du das blaue RS-Trikot. Was bedeutet es dir, Teil des Teams zu sein, und was hat sich für dich seither verändert?

„Ein Teil des RS-Teams zu sein, ist für mich eine sehr große Ehre. Ich wurde von Anfang an sofort von allen Teamkollegen herzlichen aufgenommen und habe mich gleich zuhause gefühlt. Es macht immer wieder Spaß, mit meinen Kollegen zu trainieren und sich gegenseitig zu unterstützen, wo es möglich ist. Auch bei Wettkämpfen ist es immer wieder schön, wenn man gemeinsam kämpfen und siegen kann. Verändert hat sich seither einiges. Ich habe vieles über das Laufen dazu gelernt.“

Was rätst du abschließend allen, die ähnliches Pech mit Corona-bedingten Event-Absagen hatten und sich so für monatelanges intensives Training ebenfalls nicht belohnen konnten?

„Ich denke, es geht sehr vielen so wie mir. Aber ich rate allen, es positiv zu sehen. Den Kopf in den Sand zu stecken, bringt jetzt nichts. Ich würde raten, einen Trainingswettkampf zu absolvieren. Das ist nicht das gleiche, aber das Training muss sich auch gelohnt haben. Und dann den nächsten Wettkampf im Kopf behalten und irgendwann kommt wieder ein Wettkampf, bei dem man beweisen kann, wofür man die ganze Zeit trainiert hat. Es wird sich lohnen, nicht aufzugeben.“